Weiterbildung in der Landwirtschaft

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  • Hallo
    Ich lerne derzeit Landwirt und bin im 2. Lehrjahr.


    Danach würde ich mich gerne weiterbilden, da mir der Lohn von 7€ und nen paar zerquetschten zu wenig ist.
    Was ich mir vorgestellt habe ist ein Jahr im Ausland (Canada, Neuseeland, Australien oä.)
    Danach wollte ich noch ein Praktisches Jahr in Deutschland machen, am besten auf einem Großem Gutshof oä. wo man dann später die Möglichkeit hätte als Verwalter mitwirken zu können und evtl auch den ein oder anderen Handschlag mit machen muss ;)


    Nach den 2 Praktischen Jahren die meines ja benötigt werden wollte ich meinen Staatlich geprüften Landwirt machen.


    Meine Frage an euch ist nun:
    Wann sollte man sich um das Auslandsjahr kümmern?
    Zählt dieses Auslandsjahr auch zu den Praktischen Jahren die man zum staatlich geprüften braucht?
    Was für Betriebe würdet ihr empfehlen, damit man nicht nur den lächerlichen Lohn bekommt, der in der Landwirtschaft üblich ist?
    Hat einer Erfahrungen, ob man als Verwalter eines landwirtschaftlichen Betriebs man auch wirklich mal mit anpacken kann, oder ob man da nur im Büro sitzt?
    Welche Lehrgänge/Bildungsgänge noch zu empfehlen sind, um in der Landwirtschaft erfolg zu haben?



    Für Antworten jeglicher Art bedanke ich mich sehr bei euch.


    Ich werde natürlich auch noch die Landwirtschaftskammer um Rat fragen, vorher wollte ich mir aber noch von Praktikern Meinungen einholen.



    MfG
    kleinefarm alias Lars

  • Hi Lars,
    wenn du wirklich ins Ausland gehen willst, dann solltest du das machen, schaden tut die Erfahrung sicherlich nicht auch wenn es dir Real keinen Cent mehr einbringt, auch wenn die Auslandseinsätze gut bezahlt werden.


    Ich selber kenne einen Betriebsleiter / Verwalter eines größeren Betriebes (3000ha), der kennt nichtmals alle Felder die zum Betrieb gehören (ausser auf dem Papier).


    Schaden wird es dir aber nicht verschiedene Arbeitsweisen kennen zu lernen, den so kannst du für dich herrausfinden was taugt und was nicht und so deine Strategie entwickeln.


    Das mit dem lächerlichen Lohn ist so eine Sache, solange du Angestellt bist, ist das nicht gerade leicht. Richtig Geld lässt sich nur über Leistung verdienen bzw. über Stunden.


    Beschäftigen solltest du dich auf jedenfall mit Betriebswirtschaftlichen dingen wenn du das Ziel vor Augen hast mal selber nen Betrieb zu leiten.


    Wenn du richtig Geld verdienen willst, dann sehe ich da 2 Möglichkeiten.
    1. du gehst aus dem AgrarBetrieb und versuchst dein Glück als Berater (Angestellt oder Selbsständig) (das setzt aber Erfahrung vorraus)
    oder 2. du baust deinen Eigenen Betrieb auf und Spezialisierst dich auf dinge die in der Region wo du Fußfassen willst selten sind aber benötigt werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter


    Tot geglaubte leben länger.

  • Hallo
    Danke erst einmal für deine AntwortWir hatten dies Thema heute in der Schule und der Lehrer meinte dann, dass man, wenn keine eigener Betrieb vorhanden ist als Verwalter eines Betriebs anfangen sollte.


    Dies wird wie ich denke nicht ganz einfach werden, den ich denke nicht, das ein Landwirt eines großen Hofes der so etwas ja nur brauchen kann, einen wild fremden seinen Hof verwalten lässt, hier muss ja schon ein großes Vertrauen sein.


    Weißt du zu dem Verwalter auch etwas?



    Deine genannten Möglichkeiten sind ja eher riskant.
    Als Berater sollte man denke ich auch schon mehr als 3 Jahre Lehre 2 Jahre Geselle und dem Staatlich geprüften haben, oder?
    Natürlich war ich vorher auch schon immer auf einem Hof, hier ist zwar auch Erfahrung entstanden, allerdings gehe ich davon aus, dass diese nicht nennenswert ist.


    Der eigene Betrieb würde dann ja auch wieder einige tausend kosten, hier ist dann denke ich ein sehr großes Risiko vorhanden.

  • Das mit den Verwaltern ist so nicht richtig und wie du dir das Vorstellst, Verwalter gibt es Hauptsächlich bei Großen Agrarbetrieben mit vielen vielen Ha Land.
    Diese Agrarbetriebe sind meistens GbRs oder sonstige Gesellschaften wo die Eigentümer nicht unbedingt Ahnung von der Sache haben, für diese Leute zählt normal nur das was am Jahres Ende aufm Konto ist.
    Es ist hier also normal Relative egal wie fremd du denen bist solang du Gewinn verbuchen kannst.


    Die Großbetriebe wo ein Landwirt an der Spitze steht haben meisten hingegen keinen Verwalter, diesen Job machen die Landwirte selber und holen sich nur für die Aussenarbeit Angestellte.


    Als Berater sollte man natürlich diverse Berufserfahrung, hier schadet es auch nicht wenn man ne lange Zeit im Landhandel Tätig war um einen möglichst großen Wissensstand über die Regionalen Anbau Strukturen zu kriegen (welche Sorten laufen, welche Erträge sind zu erwarten usw. Der Landhandel bietet hier sicher eine Gute Chance da man viel mit verschiedenen Parteien zutun hat und entsprechend viel mitkriegen KANN.


    Natürlich war ich vorher auch schon immer auf einem Hof, hier ist zwar auch Erfahrung entstanden, allerdings gehe ich davon aus, dass diese nicht nennenswert ist.


    Richtig, den diese Erfahrungen haben die meisten schon gesammelt.


    Ich weiß zwar nicht wie es Aktuell in den Schulen so ist, bei mir war es damals allerdings so das die Schüler Teilweise einen besseren bzw. Aktuelleren Wissenstand hatten wie die Lehrer.


    Wenn es um dinge ging die z.B. das Vieh Betroffen haben hatte keiner von uns die Lehrer für voll genommen. Einmal wollte er uns einen Aktuellen Stall zeigen und wir gingen zur Betriebsbesichtigung mit der Klasse. Was an diesem Betrieb damals aber Aktuell war wusste von uns auch keiner von uns so recht den die Meisten hatten zuhause einen Moderneren Stall. So wurde bei dem Betrieb wo wir waren noch 200 Rindviecher mit der Schubkarren gefüttert. 8o


    Der eigene Betrieb würde dann ja auch wieder einige tausend kosten, hier ist dann denke ich ein sehr großes Risiko vorhanden.


    Das ist aber nunmal leider immer so wenn man etwas mehr Verdienen will.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter


    Tot geglaubte leben länger.

  • Ich danke dir ersteinmal für deine Ausführliche Antwort und dem dadurch gewonnenem Wissen.


    Ich habe mich darüber auch mit meinem Ausbilder schon unterhalten und der wollte garnicht das ich weg gehe ;)


    Also mal sehen, er hat im Osten noch nen 6500 Stall, wo die Arbeiter alle kurz vor der Rente sind, also eine gute Gelegenheit ;)
    Natürlich muss dann das Geld passen.


    Aber ich werde jetzt erstmal das Auslandsjahr planen und dann den staatlich geprüften Landwirten machen und dann mal nach Angeboten umhören, evtl gibt es ja da schon was, was mir zusagt ;)


    Ich danke dir nochmal vielmals für deine aufschlussreiche Antwort *top*

  • Falls Du besonderes Interesse an pflanzenbaulichen Themen hast kann ich Dir die Bücher aus dem AgroConcept-Verlag sehr ans Herzen legen! Ich nutze diese ununterbrochen als Nachschlagewerke und so gut wie alles was man wissen muss kann man aus diesen Büchern lernen! Ich habe mehr od. minder als "völliger Unwissender" begonnen und innerhalb eines Jahres mit diesen Büchern mein Wissen derart erweitern können um alle wichtigen Details zu kennen und aus pflanzenbaulicher Sicht einen Betrieb führen zu können. Das soll nicht bedeuten, dass man danach Vollprofi und schlauer als alle anderen ist! Viel wichtiger ist, dass man draußen auf den Feldern ist und beobachtet! Mit dem Wissen der Bücher kann man dann die Beobachtungen deuten und daraus Rückschlüsse für die Zukunft ziehen!
    Sind nicht ganz billig und auch nicht grade "Taschenbücher", aber die sollten meiner Meinung nach zur Grundausstattung auf jedem Betrieb gehören! Wenn Du die durch hast weist Du ganz genau was passiert wenn Du etwas machst!
    Schaus Dir mal an:


    Lehrbuch des Pflanzenbaues Band 1 - Grundlagen & Lehrbuch des Pflanzenbaues Band 2 - Kulturpflanzen:
    AgroConcept Verlag


    Gibt da auch kleine Leseproben als PDF!

  • Mal neue Infos zu dem Thema:


    Ich habe vor wenigen Tagen mit meinem Ausbildungsberater Dr. Wallis gesprochen.
    Dieser hat mir von Auslandsfahrten abgeraten, da die Kammer hier viel negatives Feedback bekommt.


    Er hat mir aber den BHD (Betriebshilfsdienst) vorgeschlagen.
    Was sagt ihr zu diesem Vorschlag?


    Ich persönlich finde es eine sehr gute Idee.
    Man lernt viele Höfe kennen und lernt somit viel dazu.


    Meine bedenken dabei sind, dass ich dann nicht immer Arbeit habe.
    Denn ich meine 2 Monate ohne Betrieb ist Käse, denn das sind 2 Monate, in denen man kein Geld verdient.


    Habt ihr Erfahrungen mit dem BHD wie es dort abläuft?


    Ich habe auch schon versucht dort anzurufen, aber dort nimmt keiner ab :D


    Mein jetziger Chef meinte, dass der BHD nicht gut ist, da man dort in kurzer Zeit viele Betriebe kennen lernt.
    Ich hatte aber das Gefühl, als wolle er mich überreden da zu bleiben.


    Das habe ich aber sicher nicht vor, da dieser keine so hoch Qualifizierte (staatlich geprüfter Landwirt ist geplant) Kraft benötigt.



    Ich freue mich auf Meinungen und Erfahrungen von euch.

  • Ich kann nicht für GER sprechen sondern nur für AUT und da habe ich über die österreichische Version dieser Institution nicht viel gutes gehört...
    Klingt meist eher nach Sklavenhaltung. Da machst nur die Drecksarbeit und lernen tust da gar nix!


    Bevor ich sowas machen würde würde ich eher auf einen großen Betrieb in GER gehen der die Richtung bieten kann die mich interessiert (z.b. Ackerbau, Vieh, ...). Da bist glaube ich besser dran!


    Wennst viele Betriebe siehst, aber überall nur das gleiche machst bist am Ende nicht schlauer und musst immer wo anders hin.
    Schau Dich doch mal um bzw. schau mal in div. anderen Foren. In GER, speziell im Norden, gibt es doch sehr viele große Betriebe die immer motivierte Leute suchen.

  • Ich wollte mich aber nicht unbedingt von Anfang an auf ein Betrieb festlegen.


    Hier würde mir der BHD sehr gut entgegen kommen.
    Ich habe eben auch mit der Dame da gesprochen, die meinte das man auf die Betriebe nur kommt wenn die Betriebsleiter wirklich Krank sind.


    Nach dem Erledigen von Drecksarbeiten habe ich die Dame auch gefragt, die aber meinte, dass diese nicht oft vorkommen.
    Sollte es doch vorkommen, kann man sich bei denen melden und braucht die Drecksarbeit nicht weiter machen.


    Die Organisation die ich nun angesprochen habe ist recht klein, die haben nur 3 Festangestellte.

  • Hallo nochmal in diesem Thema :D


    Ich habe mich mit noch so einigen Leuten unterhalten, immer wieder hört man was anderes...
    Entschieden habe ich mich nun dafür ein weiteres Jahr auf meinem Ausbildungsbetrieb zu bleiben.


    Dies hat den Grund, dass dieser mich dann auch während der Höla (Höheren Lanbauschule) weiter beschäftigen würde.


    Nun habe ich aber mal ne andere Frage, die mir so im Kopf rum schweirrt:
    Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich meinen staatlich geprüften Landwirt in der Tasche habe?
    Ich denke das wird wesentlich mer sein, als die hier schonmal angesprochene Verwaltungsposition, oder?


    So richtig fündig wird man da im Netz nicht, zumindest nicht mit dem was ich so eingegeben habe.


    Ich meine man kann ja auch nicht das ganze leben so knüppeln wie das im Moment noch der Fall ist...


    Daher würden mich, wie gesagt, die Möglichkeiten eines staatlich geprüften Landwirten Interessieren.


    Danke schoneinmal für eure sicherlich hilfreichein Antworten

  • Naja so wirklich mehr hast da auch nicht, gibt ggf. nur was mehr Kohle aber so etwas weiß man heut zutage beim Arbeitsmarkt auch nie genau.
    Mim Agrar Studium hättest jedenfalls einfacher.
    Ob Landwirt oder stadtl. Geprüfter macht eigentlich kaum einen Unterschied ausser das die Verwaltungsposten ggf. was leichter zu kriegen sind oder Jobs bei der Stadt ggf. ne gehobene Laufbahn. Aber mal Ehrlich macht man wirklich den Landwirt um dann Schreibtisch Täter zu werden?


    Was ich aber ziemlich gefährlich finde ist deine Einstellung gerade, du machst ne Ausbildung und hast keine Ahnung wo du mal hin willst und fragst nun was theoretisch ging. Die Frage die du dir stellen solltest wäre eher wo willst du hin und dann wie du dahin kommst.
    Einfach irgendeine Ausbildung machen und dann mal schauen ist schon ziemlich Leichtsinnig und ob du letztlich damit dann Glücklich wirst ist eben die Frage.

  • Ich kann Christian da nur zustimmen. Was genau willst Du denn machen od. was würde Dir Spaß machen?
    Gibts eventuell die Chance einen Betrieb irgendwann mal zu übernehmen und würde Dir das zusagen?


    Erst danach würde ich mir Gedanken darüber machen welche Ausbildung dafür zielführend ist.