Hof übernehmen??

JDTT auf Tour,

geplant ist eine kleine Runde durch Deutschland, bei der ich gerne eure Schlepper vor die Linse bekommen möchte.

Das ganze soll dem Zwecke eines Foren Kalender dienen.

Alle weiteren Informationen erhaltet ihr hier:

Kalender - Einfahr Tour durch D mit dem neuen Skoda Karoq


  • Hallo


    Mein Vater möchte auf nächsten Herbst den Betrieb aufgeben vorallem aus Gesundheitlichen Gründen. Jetzt stellt sich die Frage ob ich den Betrieb pachte, oder er in fremde Hände geht. Das er fremd Verpachtet wird möchte ich lieber nicht, aber mir ist es auch nicht so wohl wenn ich den Betrieb schon mit 19 Jahre übernehme da man schon viel Verantwortung hat was auch finanziel sehr grosse Folgen haben kann. Ein grosser Nachteil ist halt das ein Neueinstieg sehr schwer ist auch wenn das Land nur 5 Jahre verpachtet worden ist von daher müsste man schon gleich weitermachen.


    Was würdet ihr in so einer Situation machen?


    Zum Betrieb: Wir bewirtschaften rund 21ha und bauen Gerste, Weizen und Kunstwiese an. Tiere haben wir fast keine nur etwa 30 Schafe. Den Hof führen wir seit ca. 10 Jahren im Nebenerwerb.


    Gruss Deeredriver

  • Hi,
    letztlich liegt das eben bei dir ob du weiter machst bzw. was du überhaupt machst.
    Grundsätzlich hast du aber verschiedene Möglichkeiten welche Regional mal besser oder mal schlechter gehen.


    Verpachten ist immer so ein Thema für sich, wenn man aber weiß an wen man verpachtet hat und sich selber weiter mit der Materie beschäftigt klappt auch ein wieder einstieg (mann muss ja auch nicht alles verkaufen was man an Geräten hat)
    Je nach Vorhandener Technik und Vermarktungsmöglichkeit könntest du mal überlegen auf den 21ha Futter anzubauen (aufpassen das es Rechtzeitig umgebrochen wird wegen Dauergrünland)


    Hier hättest dann A die Möglichkeit das der Käufer das selber Erntet oder B wenn du das Zeug dafür hast es selber Erntes und Presst und in Ballen verkaufst.


    Der Vorteil wäre hier das sich meistens die PSM Maßnahmen sehr gering halten und der Arbeitsaufwand doch überschaubar ist.
    Letztlich musste eben Regional schauen was geht und was nicht und was mit dem Vorhandenen möglich ist.


    Von Investitionen würde ich hier im ersten Jahr Abraten damit du ein Bild kriegst was hängen bleibt.

  • Nun die Entscheidung kann dir nun wirklich niemand abnehmen, Grundsätzlich musst du eben für dich wissen was und wie regional bei dir am besten geht um alles unter einen Hut zu kriegen und in weit du bereit bist für den Betrieb zu leben.
    Ausserdem musst du für dich selber entscheiden ob die Fachlichen Fähigkeiten dazu Ausreichen einen Betrieb alleine zu führen.
    Dazu gehört nicht nur die Arbeit im Büro sondern auch die Arbeit draussen wie seine Felder zu beobachten und Krankheiten zuerkennen und so den Richtigen Zeitpunkt für seine Maßnahmen zu treffen.
    Dazu kommen dann natürlich auch immer noch die Probleme das jedes Jahr alles anders ist und du damit gezwungen bist dich immer und immer wieder Weiter zu bilden.

  • Ich möchte eigentlich schon sehr gerne gleich weiter machen. Vor den arbeiten hab ich wirkliche keine Angst, da ich jetzt schon fast alles gemacht habe. Der Papierkram bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Ich selbst bin jetzt im Moment im 3. Lehrjahr als Landwirt also das heisst im Sommer bin ich fertig. Mit Grünland wirds bei uns schwierig da kein Bedarf und die Grastrocknungsbetriebe zahlen auch fast nichts, einfach zu wenig. Mais wäre bei uns sehr gesucht möchte ich aber lieber nicht da wir selber fast keinen Mist haben nur Gülle aus Güllenvertrag (1200m3) da Mais sehr Humus zehrend ist.


    Maschinen sind alle gut in Schuss 3 Traktoren davon 1 fast Neu, Maschinen würden in den nächsten Jahren ein paar fällig werden aber jetzt steht keine grosse Investituation an.


    Ich würde am liebsten so weiterfahren. Wenn ich so die abrechnungen sehe bleibt schon nicht viel übrig, aber im minus ist man sicher nicht.


    Gruss DD.

  • Also ich kenne hier einen 500ha Betrieb der vom jetztigen Betriebsführer übernommen wurde als er 17 war! War sicher ne Notsituation und am Anfang zahlt doch jeder Lehrgeld, aber wenn man es wirklich will geht das schon! Du solltest Dir bei Deiner Entscheidung aber sicher sein, denn wenn Du zweifelst könnts schwierig werden.
    Welche Form von Mais meinst Du? Wir haben auf unserem Betrieb seit 30 Jahren Körnermais und das in der FF alle 3 Jahre. Mais ist sicher sehr humuszehrend aber mit den richtigen Maßnahmen (Zwischenfrüchte) und Gülle sehe ich da eher kein Problem. Unsere Felder auf denen seit 30 Jahren Körnermais steht wurden heuer im Frühjahr beprobt. Fazit: 5,9% Humusanteil! OK, sind Böden eines ehemaligen Überschwemmungsgebiets und größtenteils unter Luftabschluß entstanden, aber der Humusanteil ist in den letzten 30 Jahren sicher nicht gefallen!


    Also, nur Mut und ran an die Sache. Wennst nicht gleich weitermachst wirds vielleicht schwierig wieder einzusteigen.

  • Den würde ich dir auf jedenfall schonmal zur Sommergerste bzw. Braugerste Raten. Der Dünge und PSM Einsatz hält sich hier ebenfalls stark in Grenzen und was A Arbeit erspart und B auch Papierkram in Form von Dokumentation.
    Ausserdem liegt die Braugerste unterm Strich gar nicht so falsch


    Mais könnte man ja auch eckenweise verpachten so das du nix mit am Hut hast. Vorfrucht den Grünroggen und Gärreste zurück aufs Feld wenns ne BGA ist.


    Ansonsten eben mal schauen wo man noch was Zeit und Bürkram reduzieren kann.

  • Hi,


    für den Bürokram gibts mittlerweile massenweise Software die Dich dabei unterstützt und auch viel Büro-Arbeit erspart. Weiters prüfen solche Software-Pakete automatisch alle Maßnahmen auf "Regelkonformität", was es auch wieder etwas einfacher macht!
    Kann Dir Dein Vater in der ersten Zeit nicht mit dem Bürokram noch was helfen? Ich denke auch, dass er Dich fachlich doch auch unterstützen wird / kann!?

  • Hallo


    Also rein von der Arbeit her hab ich überhaupt kein Problem, von mir aus könnten es auch noch ein paar ha mehr sein ob man jetzt noch ein paar Stunden mehr auf dem Traktor sitzt macht mir gar nichts aus. Von daher möchte ich lieber nichts verpachten!


    Klar kann/muss mir mein Vater auch in den ersten Jahren helfen sonst wirds schwierig. Aber ich möchte von Anfang an alles auf dem PC machen und nicht mehr von Hand. Mein Vater hat bis jetzt alles von Hand gemacht und auch nur das nötigste :thumbsup:


    Ich werde mal so weiterachen wie es gerade läuft vielleicht ein paar kleine änderungen. Ich möchte auch nicht den ganzen Hof auf den kopf stellen sonst meint mein Vater zuletzt das er aus meiner Sicht alles Falsch gemacht hätte und das will ich auf keinen Fall.


    Gruss Deeredriver

  • Diesem "Generationenkonflikt" werdet ihr euch beide stellen müssen! Ist nirgendwo anders! Auch ich habe oft mit meinem Vater diskutiert und unsere Meinungen lagen oft kilometerweit auseinander! Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass wir die Flächen sozusagen teilen. Die Hälfte der Feldstücke wurde nach seinen "Maßstäben" behandelt und auf den anderen hatte ich "das Sagen". Am Ende wurde abgerechnet. In einigen Fällen hatte ich Recht und in einigen Fällen er! So haben wir beide unseren "Horizont" erweitert. Er hat was dazu gelernt (ich natürlich auch) und ich wusste, dass nicht alles was in Zeitschriften od. Foren steht auch immer richtig sein muss! Damit gehst dem Ganzen Konflikt aus dem Weg und alle sind zufrieden! Würd ich Dir auch empfehlen. Dein Vater glaubt dann nicht, dass Du alles was er bisher gemacht hat in Frage stellst und Deine Theorien müssen sich beweisen. Hat zumindest bei uns ganz gut funktioniert. Früher musste ich ihm mehr od. minder die meisten meiner Thesen beweisen. Nun glaubt er auch schon ohne einen Beweis durch nen Feldversuch meinen Worten... :D

  • und ich wusste, dass nicht alles was in Zeitschriften od. Foren steht auch immer richtig sein muss!


    Das würde ich so nicht unterschreiben, zumindest in Punkto Zeitschriften. In Foren gibt es immer mal ganz Ahnungslose trolle die natürlich nur Müll schreiben aber die fallen einem ja schnell auf.


    Grundsätzlich gilt aber das viele Möglichkeiten richtig sind und diese die man so ließt auch nicht falsch sind, sie sind aber nicht immer auf den eigenen Böden Anwendbar.
    Es gibt Regional eben viele viele Unterschiede in den Bodenstrukturen womit es Quasi kein Universaal Rezept gibt um gute Erträge zu erreichen.
    Hier gilt es immer über mehrere Jahre Probieren und so seine eigenen Thesen draus zu ziehen.


    Kennt man dann seine Böden und weiß worauf die wie in etwa Reagieren ist das schonmal die Halbe Miete.
    Ich selber bin z.B. ein Freund des Pflügens da es eine echt saubere Sache ist, ich habe aber auch 2 Felder wenn ich da Pflüge wächst da garnix, Grubbere ich es nur schafft es recht Angenehme Erträge, nur mit der KSE bearbeitet merkst du fast keinen unterschied zu den anderen Schlägen. Der Boden da ist echt komisch selbst wenn es Furz trocken ist kommt die Erde da raus als ob die nach 40l Regen Pflügst.


    Grundsätzlich ist es aber nie verkehrt auf Erfahrungen aufzubauen, man sollte aber auch immer Bereit sein neues zu Probieren den nur so weiß man ob etwas in der Region klappt.


    Diese Generationenkonflikte sind immer so eine Sache wo man echt Aufpassen muss. Bei mir war es so das 2 Beton Mauern auf einander zu gelaufen sind.

  • Grundsätzlich gilt aber das viele Möglichkeiten richtig sind und diese die man so ließt auch nicht falsch sind, sie sind aber nicht immer auf den eigenen Böden Anwendbar.
    Es gibt Regional eben viele viele Unterschiede in den Bodenstrukturen womit es Quasi kein Universaal Rezept gibt um gute Erträge zu erreichen.


    Genau das meinte ich! Wollte nicht sagen, dass die Zeitschriften müll schreiben. Ich habe nur am Anfang diesen "Patentrezepten" blind vertraut und so konnte ich lernen, dass nicht immer alles was irgenwo gut ist auch automatisch bei uns gut ist!

  • Das mit den Generationskonflikten seh ich auch auf den Lehrbetrieben manchmal gabs bei den ''Chefs'' ganz schöne Auseinandersetzungen ^^
    Das möchte ich soweit es geht auch Verhindern, da wir bis jetzt immer ein gutes Verhältniss hatten...


    Die Fruchtfolge möchte ich etwas ändern evtl. Raps oder Mais anbauen. Mein ehmaliger Lehrmeister möchte mir unbedingt Hühnermist bringen was auch für uns als Viehloser Betrieb gut wäre würde mehr Humus in den Boden reinbringen als nur mit Gülle. Aber er benutzt Hobelspänne als Einstreumatrial macht das den Boden nicht sauer? Dann müssten wir die Güllenmenge wieder anpassen...


    Muss man als Landw. Betrieb ein seperates Bankkonto führen, wäre das besser als ein gemeinsames?



    Gruss Deeredriver

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sascha Hellenthal () aus folgendem Grund: Neues Thema für die Drille

  • Hallo,


    du bist 19 Jahre alt und in der Lehre zum Landwirt ..... aber wie soll den deine Zunkunft aussehen ?
    Bleibst du in der "elterlichen Region" um immer diesen Klotz am bein zu haben (kannst ja kaum von 21ha ne Familie ernähren) .


    lg Der Hofnarr


    p.s. ja - es ist wird dann ein "Betriebskonto" geben -

  • packes an! habe selber den betrieb von 16 -20 geführt und dann in Pacht über nommen weil mein Vater Nervenkrank wurde!Würde es wieder machen!Musste mir zwar viele Sprüche von den Aelteren Landwirten anhöhren.Aber auch die verstummten! ;)

  • 21 ha im Nebenerwerb? Klar, einfach machen. Es soll ja Nebenerwerb bleiben. Du hast die Ausbildung, der Vater ist nicht weit weg.....wo ist das Problem?


    Mein Kumpel mach ü 80ha plus Bullenzucht im Nebenerwerb und hat das sogar durchgezogen, trotz einer schweren Krankheitsphase.


    Alexander der Große, der Makedonenkönig, hat vor über 2tsd Jahren mit 32 ein Weltreich geführt....ich meine, da wird der schon bekannt elterliche Hof doch eine machbare Aufgabe sein, oder? ;)

  • Ich finde auch du solltest es tun du kannst ja nach einem Jahr die Selbe Frage noch einmal stellen!!!

    Zitat

    Am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte. Alle Völkchen waren glücklich. Der Berliner sagte: „Ick hab nen tollen Dialekt, wa?“, der Hanseate sagte: „Mein Dialekt ist dufte.“ Der Kölner sagte: „Mit meinem Dialekt feiert man Karneval.“ Nur für den Bayern war kein Dialekt übrig. Da wurde der Bayer sehr traurig. Irgendwann sagte dann Gott: „Ja mei, Bua, dann red hoid a so wia i!“

  • Alexander der Große, der Makedonenkönig, hat vor über 2tsd Jahren mit 32 ein Weltreich geführt....ich meine, da wird der schon bekannt elterliche Hof doch eine machbare Aufgabe sein, oder?


    gibt da nur nen kleinen Unterschied, der König selber musste nicht viel machen ausser Sachen bestimmen, der Nebenerwebslandwirt hingegen muss sich an zig Gesetze und verordnungen halten wo der König sie einfach so ändern würde das sie ihm passen. Ich würde mal sagen schlechter Vergleich zumal die Zeiten inzwischen auch anders aussehen wie noch vor 20 Jahren.


    Ob man es nun weiter machen will oder nicht ist das eine, es zu schaffen oder nicht das andere, wichtigste ist aber das man sich Sicher ist das man es will und von sich selber meint es schaffen zu können.
    Gerade wen man in der Lehre zum Landwirt steckt sollte man bedenken das es auch immer Zeiten gibt wo man recht viel im Lehrbetrieb zutun hat und das dieses meistens auch die zeiten sind wo der eigene Nebenerwerbsbetrieb die Meiste Arbeit verlangt. Sprich es gibt zeiten da hat man nen echten Arsch voller Arbeit in 2 Betrieben.


    Bei einer Normalen Lehre wo man halbwegs geregelte Arbeitszeiten hat ist so ein Nebenerwebsbetrieb sicherlich einfacher zu händeln.


    Auf jedenfall würde ich an deiner Stelle mit deinem Lehrbetrieb sprechen wie das zu Händeln ist und wer weiß vielleicht unterstützt er dich da ja auch ein wenig und hilft dir beim Papierkram.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter


    Tot geglaubte leben länger.