Wieviel muß ein Siloballen kosten?

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  • Guten Abend!

    Wieviel soll ein Siloballen kosten, damit Arbeit, pressen, wickeln, Transport und lagern sowie der Futterwert abgegolten ist?

    Hat sich da schon mal jemand die Mühe gemacht, das durch zu kalkulieren?

    Ich mach Ballen 135 cm, 4-mähdig intensiv geführtes Grünland (=Michvieh Futterqualität).

    Meist richtet sich der Preis nach Angebot und Nachfrage, aber nur arbeiten, das das Gras aus dem Haus ist, mag ich auch nicht.

    LG M.

  • Dann würde ich mal einen Blick in die erfahrungssätzen der Kammern/Maschinenringen schauen.

    Da musst zwar Diesel anpassen aber ist halt einfache Übersicht über die verursachten Kosten.

    Musst dann halt entsprechen auf den Ballen umrechnen.

    Hab gerade leider keine Kalkulation zur Hand aber muss ich die Tage für mich auch noch machen

  • Es bleiben dir zwei Wege.

    Erstens der von Sascha Hellenthal beschriebene oder der zweite mit eigenen zahlen rechnen.


    Das heißt als erstes eine Berechnung deiner maschinenkosten und dann als nächsten Schritt der Deckungsbeitrag ermitteln.


    Dieser wird in diesem Falle negativ sein und so kannst dann auf jeden schnitt umrechnen was dich der Ballen kostet.


    Die Kosten der Maschinen schwanken von einem Betrieb zum anderen stark.

    Da spielt auch die geplante Nutzungsdauer eine große Rolle und was für Reparaturen und Pflege angesetzt werden muss.


    Alternativ kannst auch mit der ktbl Datensammlung arbeiten.


    Der Vollständigkeit halber sollten auch pachtansatz und Subventionen mit eingerechnet werden.


    Meine Meinung ist wenn du es wissen willst was ein Ballen bringen muss solltest schon mal genauer rechnen.


    Wobei ich noch anmerken muss dass maschinenring sätze eigentlich garni taugen für kostenkalkulation.

    Die sind eher zum beurteilen ob eigene Mechanisierung lohnt oder besser ist jemand beauftragen.

    MfG Autoquad

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Autoquad () aus folgendem Grund: Anmerkung hinzugefügt

  • Also wenn ich soviel rechnen soll, komm ich ja gar nicht mehr zum arbeiten....

    hier bei uns gilt als grobe Faustregel: das Futter kostet soviel wie das pressen, mähen, wenden und schwaden. So kostet ein Siloballen 40- 45 Euro im Schnitt, Heulage liegt bei 45-50 Euro, Heu bei 25-30 Euro und Stroh bei 15-20 Euro pro Rundballen mit ca 1,3m Durchmesser.

  • franky135 - wo bist Du daheim? Da kann sich wer meine Siloballen holen. Wenn ich in Österreich € 45,- bewerbe, da schimpfen mich alle als Wucherer.

    Das ist halt das Problem bei uns, da rechnet jeder nur das pressen und wickeln - aber die ganze andere Arbeit und der Futterwert - an den denkt keiner.


    LG Meki

  • Bremerhaven...das sind hier so die Preise vom Maschinenring. Es schwankt natürlich je nach Jahr und Verfügbarkeit. Bei viel Futter musst du schon froh sein, wenn du die Kosten fürs Material wieder kriegst oder es gleich ab Feld verschenken. In anderen Jahren kannst du gutes Heu auch mit Gold aufwiegen...

    In diesem Jahr drehen ja sowieso alle durch- 80 Euro will hier einer für Heu haben und eine Bekannte hat mir ganz stolz erzählt, dass sie 5 Ballen Heulage für 600 Euro gekauft hat....5!!!

  • So dann werde ich mal versuchen mal eine kleine Beispielrechnung zu liefern.

    Bei dem Beispiel handelt es sich um eine DSV Öko Luzerne Mischung (2250) mit einer Nutzungsdauer von 4 Jahren.


    1x Saatgutkosten 30kg/ha zu 200€/ha = 50€/Jahr

    1x Grundbodenbearbeitung mit Grubber 32€/ha = 8€/Jahr

    1x Pflügen mit 5 Schaarpflug 84,50€/ha = 21,12€/Jahr

    1x Aussaat mit Frontpacker 74,50€/ha = 18,62€/Jahr

    1x Anwalzen 6m Camebridgewalze 16€/ha = 4€/Jahr


    Damit haben wir allein Vorbereitungskosten von rund 101,74€ im Jahr


    Kosten für Bestandsführung:

    3x Striegeln zu 15€/ha =45€/Jahr

    1x Miststreuen zu 51,50€/ha/Jahr

    1x Mist selber (Pferdemist) 13€/t bei 10t/ha = 130€/Jahr

    1x Wiesenschleppe 15€/ha

    1x Ladefahrzeug 0,25h/ha zu 25€/h = 6€/ha


    Kosten für Bestandsführung 247,5€/Jahr


    Kosten für die Ernte:

    3x Mähen 37,50€/ha = 112,5€/ha

    9x Wenden 16€/ha = 144€/ha

    3x Schwaden 17€/ha = 51€/ha


    Erntekosten ohne Pressen = 307,5€


    Somit sind wir bis dahin schon bei Kosten von 656,74€ pro ha.

    Da Bio gehe ich nun einmal von einem Trockenmassen Ertrag von 7t/ha/Jahr aus. Bei 280kg/Ballen macht das 25 Ballen Jahr/ha.


    25 Ballen mit Presswickel Kombi a 7,20€/Ballen = 180€/ha


    Damit haben wir Kosten je ha von 487,5€/ha bzw. 19,5€/Ballen.

    Nun fehlt noch Pacht und Prämie, ggf. Transport zum Hof und im falle Bio die Kosten für Verbandsmitgliedschaft und Kontrollverein und Krankenkasse.


    Da diese kosten aber sehr Individuell sind, lasse ich das mal Außen vor.

  • Eigene reale kosten kannst auch nur ermitteln wenn die Vorgänge auf den jeweiligen Schlägen schon gemacht hast, fängst quasi als Neuling an musst eben zur ersten Kalkulation mit Erfahrungen rechnen.

    Besonders wenn es um einen Kredit für die Maschinen Anschaffungen geht brauchst du für die Bank in erster Linie nachvollziehbare Zahlen. Da fängst nicht an jedem Schlag individuell zu betrachten sondern gehst irgendwo vom Durchschnitt aus um die Kosten zu Ermitteln. Sonst hast im Buisnissplan zu viele individuelle Rechnungen wo keiner mehr durchblickt. Also nimmst die offizielle Tabellen für die Kosten. Verkaufspreise ist dann ja wieder anderes Thema


    Zudem ging es mir hier auch darum aufzuzeigen was alles ins Gewicht fällt, den Weg der Ballen vom Feld aufm Hof hab ich bewusst nicht mit reingeschrieben da zu individuell.

  • Wenn man bei 0 anfängt ist es ratsam mal mit nem erfahrenen Kollegen zu reden was Arbeitszeiten betrifft.


    Dass man einer Bank für jeden Schlag eine Berechnung vorlegt ist Humbug.


    Je nachdem haben die eh keine Ahnung von Landwirtschaft , diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht.

    Hier sind inzwischen bei Volksbank und Sparkasse Leute mit Landwirtschaftlichem Hintergrund als Berater für die Landwirte tätig.

    Diese kommen dann auch mit entsprechenden Berechnungen zurecht. Und nur diese können auch beurteilen ob diese Zahlen auch wirklich relevant sind oder nur wunschdenken.

    Dies nur mal nebenbei.


    Für jemand der sich ernsthaft mit dem Thema auseinander setzen will kann es nicht das Ziel sein zu wissen zu welchen Konditionen andere für ihn arbeiten.

    Hinzu kommt noch dass dies nur Richtsätze sind , also je nach Gegebenheiten angepasst werden.


    Und Krankenkasse hat in so einer Berechnung überhaupt nichts verloren.



    Die Rechnung musst nochmal überprüfen.


    Rund 650 € Erzeugung plus 180 für pressen gibt nicht 480 € erntekosten.


    Hab ja jetzt nicht alles nachgerechnet.


    Das Argument dass man vor lauter rechnen nicht mehr zum arbeiten kommt hat schon seine Berechtigung. Wenn man bedenkt was da noch alles an Bürokratie dahinter steckt.

    Fängt mit gemeinsamen Antrag an und geht mit Diesel Verbilligung weiter.

    Dann kommt noch Arbeitszeit für evtl Kontrolle hinzu.


    Wenn man was neues anfangen will sollte man schon sehen was welche Maßnahme kostet um zu vergleichen ob besser selber machen oder jemand beauftragen.


    Aber das ist hier nicht das Thema sondern zu wissen was die Erzeugung für meki kostet.


    Ich muss dazu sagen dass ich mir die Mühe schon mal gemacht habe.

    Dies ist allerdings 30 Jahre her zu Fachschul Zeiten.

  • Auch die Krankenkasse musst mit berechnen da sie in Abhängigkeit zur Fläche steht. steuerlich ist es zwar eine Private Ausgabe, aber dein Privates Geld muss auch über die betrübliche Einnahme erwirtschaftet werden.

    Folglich müssen deine Privaten Ausgaben Anteilsmäsig mit berechnet werden und nicht nur die Betriebskosten.


    Auch helfen Erfahrungen von Kollegen erstmal wenig da die individuellen Faktoren auch wieder anders sind zudem ergibt sich hier auch häufig das Problem das viele Keine genauen realen zahlen haben da die es im Zweifel nie durchgerechnet haben oder wenn dann vor 30 Jahren wie du.


    Die Erfahrungssätze die hier von der Kammer kommen dienen eigentlich der Kostenbestimmung zur gegenseitigen Hilfe unter Landwirten die Tabelle die wir hier haben berücksichtigt keinerlei zusätzlichen Gewinne wie sie beispielsweise ein lohnbetrieb kalkulieren würde.


    Ich habe mich im Vorfeld auch ausgiebig mit verschiedenen Banken unterhalten zum Buisnissplan mit dem Ergebnis das gerade die Zahlen wollen die Belegbar sind und das ergebniss war hier immer das die letztlich genau die Zahlen der Kammer sehen wollen, zumindest als grobe Richtung

  • also um nochmal zurück zu Mekis Frage zu kommen, bevor Saschas Steuerberater hier auch noch Mitglied werden muss um uns das alles vorzurechnen, habe ich mal ein wenig gelesen und mit Bekannten gesprochen.

    Zuerst einmal waren alle der Meinung, dass diese Vollkostenrechnung auf das eigene Futter angewendet werden sollte um seine Grundfutterkosten zu kennen und im Blick zu haben. Das grosse Aber ist der Verkauf von überschüssigem Futter, denn auch dort waren sich alle einig, dass dafür keine laufenden Kosten wie Pacht, Dünger, Krankenkasse, usw angerechnet werden dürfen. man könnte es ja auch mulchen und als Dünger auf der Fläche lassen. Darum dürfen nur die reinen Kosten für Bergung und Lagerung angerechnet werden.

    Ein Tipp, der mir gegeben wurde, war den Trecker vollzutanken und dann die entsprechenden Arbeiten zu erledigen und dann wieder zu tanken um den Dieselverbrauch zu erfassen und für die Maschinen den Verrechnungssatz des örtlichen Maschinenring hinzuzuziehen. So könnte man relativ einfach die groben Kosten kalkulieren- der Vorteil ist, dass die Kosten in der Region relativ gleich sein sollten und darum auch die Verkaufspreise ähnlich sind, sodass man keine Gefahr läuft zu teuer zu sein bzw zu billig...

  • So kannst du aber eigentlich nur bei überschüssigen Material rechnen was durch gute Ernte Zuviel war.

    Ansonsten ist der Dünger ja ausgebracht und wenn ich nicht Mulche bleibt dieser auch nicht da.

    Im Optimalfal hat man durch die Düngung den höheren Ertrag, welcher die Kosten auffängt womit es unterm Strich gegen 0 geht. Will man es halt genau wissen berücksichtigt man das.


    Auch würde ich die laufenden Kosten nicht grundsätzlich unberücksichtigt lassen, den idr. Sind die meisten Kosten ha abhängig und wenn ich eh immer zu viel habe und weiter verkaufe, könnte ich mir diese auch sparen.


    Man muss also schon auch unterscheiden ob ich anbaue um zu verkaufen oder ob es nur um übermengen geht.

    So gibt es hier zB Viehlose Betriebe die aufgrund von Fruchtfolge beispielsweise Ackergras/Luzerne anbauen und diese an Pferdebetriebe ohne Anbaufläche gezielt verkaufen. Warum sollte man hier die Laufenden Vorfällen flächenabhängige kosten verschenken?


    Letztlich muss ich halt meine Kosten kennen, den Preis bestimmt dann das Angebot und die Nachfrage.

    Die Kosten samt angemessenen Lohn muss ich jedoch auf mein Konto kriegen, sonst gibt es nur Trocken Brot zu essen und ich hätte mehr davon wenn ich es als Düngung häcksle.

  • Ich seh das genau so dass es ein Unterschied ist ob man mulcht oder intensiv mäht.


    Wenn man 4 mal mähen will ist eine gewisse Düngung Pflicht.

    Ansonsten wird es kaum möglich sein hochwertiges Futter zu erzeugen zumindest wäre das bei uns so.

    Anders sieht es aus wenn ich spät mähe im ersten schnitt für Pferdeheu und noch nen zweiten schnitt siliere.

    Dann geht es auch ohne regelmäßig Düngen.


    So schwer ist es ja auch wieder nicht die Maschinenkosten mal etwas zu erfassen.


    Was das mähwerk neu kostet sollte man wissen, bzw im Internet finden.

    Diese Kosten abzüglich einen Restwert durch Nutzungsdauer teilen und für Unterhaltung und Reparatur noch was dazu ergibt die jährlichen Kosten.

    Ob ich dann noch was für Verzinsung und Unterbringung reinrechne ist ermessenssache.

    Streng genommen sollte man es tun.

    Beim Wender und schwader genau so.

    Beim Schlepper kommt dann noch der Durchschnitt vom Diesel Verbrauch und Versicherung hinzu.


    Die längste Zeit dabei wird man verbringen mit der Überlegung was man für die Reparatur ansetzen soll.

    Hier gibt es ja Richtwerte die meist höher sind als tatsächlichen Kosten.


    Ansonsten kann man die Kosten dann auf ha oder Stunden umrechnen.


    Bei den Maschinen ist ja oft im Prospekt eine mögliche flächenleistung angegeben.

    Die sind aber meist nur unter sehr günstigen Bedingungen erreichbar, da ist es sinnvoll etwas niedriger zu kalkulieren.