Knöckerling Trio

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Eure Meinung und Ideen.

  • Hi Leute,

    nachdem einige von euch vor einiger Zeit nach Fahrberichten und nach "Entscheidungen" verlangt haben komme ich hiermit meiner Pflicht nach. :D Nachdem bei uns nun die gesamte Weizenernte erledigt ist habe ich mir den ersten Grubber zum Testen auf den Hof stellen lassen. Wie ihr sicher noch wisst, gab es hier mehrere Varianten. Umbau des alten, neuen Trio bzw. Regent oder nen Federzinkengrubber (wer mehr lesen will schaut mal hier nach: jd-technik-treff.de/allgemein-…l-grubber-t1082-s100.html).


    Federzinkengrubber:
    Nun, der Federzinkengrubber hat sich mittlerweile aufgrund div. Gespräche mit anderen Landwirten erledigt. Das Vertrauen in diese Variante reicht einfach nicht aus (Angst vor Verstopfungen). Das Thema Festbodenwirtschaft ist aus diversen Gründen einfach nicht wirklich durchführbar (zu tiefe Spuren der Erntemaschine, zu unebene Feldstücke, tlw. Pflugfurchen aus vergangenen Tagen, ...)


    Köckerling Trio:
    Heute haben wir folgendes Modell zum Testen bekommen:
    Köckerling Trio, 3m breit mit TopMix-Flügelscharen, STS-Walze und Nachlaufstriegel, oh. Steinsicherung, mit Saatkasten für Zwischenfrüchte (leer), Gesamtgewicht ca. 1,4-1,5to.
    Besonderheit Flügelschare: Diese wurden vom Bauern von dem wir den Grubber zur Verfügung gestellt bekamen in Eigenregie verbreitert. Es wurde an jeden Flügel jeweils links und rechts ein Stück mit ca. 4cm angeschweißt. Grund dafür lt. eigenen Aussagen des Hrn.: Beim Maisstoppelgrubbern sind angeblich Stoppelreihen stehen geblieben...


    Getestet wurde auf Flächen mit folgenden Bedingungen:
    Frucht: Winterweizen mit einem Ertrag von ca. 6to. / ha. Ist hier in unserem Gebiet schon sehr viel und daher auch viel Stroh heuer! Zu trocken war es eigentlich nicht da der alte Doppelherz ohne Probleme auf dem selben Feld am Vormittag bis auf 18cm runter ging.


    Nun zum Bericht:
    Vor dem Anheben des Teils haben wir dem Johnny (6230P) mal ne zusätzliche Ladung Frontballast genehmigt. Insgesamt waren 670kg an der Front drann (12 x 50kg + 70kg Gewichtträger). Ehrlich gesagt, dass hat gerade mal gereicht. 100-200kg mehr wären auch net schlecht gewesen. Voller Tatendrang und Vorfreude auf das so hoch gepriesene Teil sind wir raus auf den Acker. Arbeitstiefe mit der Walze auf max. 8cm eingestellt, Hydraulik runter und los gehts! Doch dann kam schnell die Ernüchterung! Das Teil wollte einfach nicht in den Boden?! Ging einfach nicht rein. Wir haben dann noch verschiedene Dinge versucht (z.B. Oberlenker länger / kürzer stellen, ...). Eigentlich aber sinnlos. Wenn der Grubber gerade steht muss das doch passen. Jegliche Verstellungen am Oberlenker bringen hier nichts. Der Grubber lag nie auf der Walze auf obwohl ich die Heckhydraulik komplett abgesenkt hatte. Wie schon gesagt, ging einfach nicht weiter als auf ca. 5cm rein. Doch das war nicht das schlimmste. Nach ca. 200m haben wir uns dazu entschlossen den Nachlaufstriegel zu demontieren (hat sich ständig mit Stoh verstopft). Nach weiteren 200m bin ich völlig zerknirscht abgestiegen da sich der Grubber ständig mit Stroh verstopft hat (diesmal nicht der Striegel sondern der Grubber selbst). Irgendwie habe ich hier schon an mir selbst gezweifelt. Hab dann noch weiter probiert und stellenweise ist er sogar etwas tiefer in den Boden gegangen. Dort wo der Grubber in den Boden eingezogen hat, hat er auch nicht so schlecht gemischt, dachte ich. Als wir die Bodenstruktur danach genauer angeschaut haben mussten wir feststellen: Mischeffekt gleich NULL. Beinahe das gesamte Stroh lag an der Oberfläche. In den ersten 3cm war noch ein wenig Stroh zu finden und ab dann: NICHTS.
    Ich muss ehrlich gestehen, am liebsten hätte ich geheult! Dieses Modell war bisher eigentlich mein Favorit. Nun aber die Ernüchterung. Vor allem desswegen, da ich den direkten Vergleich mit dem 20Jahre alten Grubber habe und dieser viel besser durchmischt hat obwohl ich diesen mit den Doppelherz Scharen auch nicht tiefer als 8cm reingelassen habe.
    Zum Zugkraftbedarf kann ich sagen (an den Stellen wo der Grubber dann auch etwas weiter reinging), dass der 6230P damit teilweise schon sehr an die derzeitigen Grenzen (oh. Tuning im Werkszustand) stößt. Im flachen gings ganz gut und laut Leistungsmonitor waren hier auch noch kleinere Reserven da. Sowies aber nur ein klein wenig bergauf geht müht sich der Johnny (im D1-Gang) schon etwas ab. 12km/h waren zwar kein Problem und der Leistungsmonitor zeigt ca. 18L/h (im Vergleich: mit dem alten Modell mit einer Breite von 2m - 14L/h) und da war dann auch Schicht mit der Reserve --> lt. Leistungsmonitor bei 12km/h: Volllast.
    Mann kann jetzt leicht sagen das es zu trocken / zu hart war zum Grubbern. Aber ich kann euch sagen, so ideale Bedingungen zum Grubbern wie derzeit haben wir hier selten da es hier für gewöhnlich sehr trocken ist und wenn das Teil dann jetzt schon nicht funktioniert möchte ich es nicht bei schlechten Bedingungen (trocken und hart) am Schlepper haben.


    Fazit:
    Ich bin mir irgendwie nicht sicher ob ich das Teil verteufeln soll oder ob wir einfach zu dämlich waren ihn richtig zu bedienen. Aber bitte was kann man beim Grubbern schon viel falsch machen?! Wenn hier jemand einen Trio fährt wäre ich echt sehr dankbar über eure Erfahrungen. Vielleicht hatte ich für den Stoppelsturz einfach die falschen Schare drauf - denke Gänsefuß-Schare wären für den Stoppelsturz wegen besserem Einzug besser.
    Selbst der Bauer der ihn uns zum Testen überlassen hat meinte: Mit der Stroheinarbeitung werdet ihr wohl nicht zufrieden sein...


    Auf jeden Fall habe ich heute mal folgendes gelernt:
    -) Nachlaufstriegel für den Stoppelsturz (bei Verbleib des Strohs auf dem Feld) funktioniert so gut wie blind Fahrradfahren.
    -) Grubber wird wohl aufgrund der Bodenbeschaffenheiten (uneben) und des Leistungsbedarfs kein 3m sondern ein 2,5-2,6m Gerät. Obwohl dieser noch einiges leichter ist und ich dann Angst habe, dass der überhaupt keinen Einzug mehr hat.
    -) Die TopMix-Flügelscharen sind anscheinend nicht das ideale für den Stoppelsturz - obwohl vielfach gelobt.

    Den Händler werde ich morgen mal anrufen (war heute nicht dabei da verhindert) und ihm berichten, dass ich eigentlich richtig enttäuscht bin. Mal gespannt was er sagt.

    Wenn ihr mehr wissen wollt oder Tips / Anregungen zu meinen Ausführungen / Problemen habt --> einfach in die Tasten hauen!


    Update 19.07.:
    So, hab heute mit dem Händler gesprochen und er war ähnlich überrascht wie ich gestern. Ich habe ihm die "Vorgänge" geschildert und er meinte,dass das nicht sein kann und er sich mal erkundigt und mich dann zurückruft.
    Gesagt getan, nach einer Stunde läutet das Telefon (bemüht ist er ja auf jeden Fall). Folgendes kam dabei zum Vorschein:

    1.) Besonderheit Flügelschare: Diese wurden vom Bauern von dem wir den Grubber zur Verfügung gestellt bekamen in Eigenregie verbreitert. Es wurde an jeden Flügel jeweils links und rechts ein Stück mit ca. 4cm angeschweißt. Grund dafür lt. eigenen Aussagen des Bauern: Beim Maisstoppelgrubbern sind angeblich Stoppelreihen stehen geblieben...
    Dies bedeutet eine Verbreiterung der Auflagefläche der Flügel um insgesamt 80cm (2x4cm pro Zinkenstiel). Dies sei lt. Händler nicht in Ordnung und ein Grund für das schlechte Einzugsverhalten da die Breite der Flügel nun nicht mehr zu der Anzahl der Spitzschare passt die den Grubber in den Boden zeihen sollen. Dabei wird angeblich die gesamte Zinkengeometrie verändert mit welcher der Grubber konzipiert ist. Klingt irgendwie doch logisch. Muss gestehen, dass ich das erst heute bei genauerer Betrachtung gesehen habe - waren schon so schön abgeschliffen und eigentlich recht sauber drangemacht sodass man es fast nicht gesehen hat.

    2.) Dies führt mich gleich zum nächsten Problem: Die Spitzschare sind keine Spitzschare mehr sondern gleichen eher einem Halbrund-Schar mit ziemlich großem Radius. Sind anscheinend schon sehr abgenützt und müssten getauscht werden. Des weiteren sind sie auch schon sehr kurz.


    Kurzum: Der Händler sagt, dass diese Tatsachen und zum Teil der offensichtlich sehr trockene Boden Schuld daran sind, dass der Grubber nicht einzieht. Er hat angeboten mit neuen Scharen anzurücken um den Grubber neu auszustatten und um eine 2. Chance gebeten. Er meinte auch, dass bei zu harten Bedingungen beim ersten Stoppelsturz ev. die Flügel runter müssen. Dann allerdings hat er einen Scharabstand von 30cm und der Grubber müsste schon auf mind. 15-20cm rein damit die Stoppeln wirklich vollflächig abgeschnitten werden. Dadurch wären meiner Meinung nach die Vorteile eines vollflächigen und flachen Schnitts verloren. Hier arbeitet dann der Doppelherz mit einem Strichabstand von 22cm mit wesentlich geringeren Arbeitstiefen schon besser. Wir werden den Grubber also nochmals testen und dann die Veränderungen hier posten.


    mfg
    Jungbauer

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