Kettenegge Vorstellung in eigene erste Erfahrungen "Kelly MPH 6000Q"

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Mit freundlichen Grüßen
Das Team des Jd-Technik-Treff.de
  • Kelly MPH 6000Q


    Hallo Leute. Auf euer nachfragen hin und auch weil ich überzeugt bin, daß dieses Gerät mehr Beachtung verdient und anderen Landwirten und

    dem Boden, den wir zur nachhaltigen Bewirtschaftung anvertraut bekommen haben gute Dienste leisten kann, möchte ich meine

    Erfahrungen ein wenig publik machen.


    Erstmal ein dicker Dank an Herrn Schebaum (schebaum.net) für die Erklärungen, die unproblematische Kaufabwicklung und für die Rekordzeit

    bei der Lieferung (nicht mal eine Woche).


    So konnte ich schon diesen Herbst nutzen, um die Maschine, verschiedene Einstellungen und Einsatzgebiete zu testen.

    Dabei sind sehr unverhoffter Weise schon weit über 100 ha bearbeitet worden.


    Wie es dazu kam.


    Das erste Mal auf die Maschine aufmerksam gemacht wurde ich durch die interessanten Ausführungen meines ehem.

    Studienkollegen, der auf der Suche nach einer ultraflachen Boden-/ Stoppelbearbeitung bei den Kellys fündig wurde.


    In den darauffolgenden 2-3 Jahren machte auch ich mich auf die Suche nach einer optimaleren Möglichkeit den Stoppelsturz

    und die mechanische Unkrautbekämpfung im eigenen Betrieb zu bewältigen. Es folgten einige Versuche mit verschiedenen Maschinen.


    4 - balkige Grubber (Köckerling Quadro 3 und 4m)


    Die 3m Variante gefiel mir ganz gut und machte super Acker. Die STS-Walze ist IMHO einer der besten undbrauchbarsten Nachläufer

    am Markt . Mit Gänsefußscharen konnte man halbwegs flach arbeiten, allerdings auch nicht besonders tief (max. um 15cm), was einen

    erneuten Umbau nach dem ersten Stoppelsturz nötig macht.

    Vom Zugkraftbedarf her war beim 140 PS Schlepper alles im grünen Bereich. Gewöhnungsbedürftig war die Handhabung in Feldecken.

    Da der Grubber sehr lang baut, ist es an ungünstigen Stellen (z.B. wo man nicht über die Grenze hinaus fahren kann und Hindernisse

    das einsetzen erschweren) nicht möglich, die Ecken ordentlich zu bearbeiten. Das Problem ist aber konstruktionsbedingt und Hersteller

    übergreifend.


    Die 4m Variante ist vom Arbeitsbild identisch mit dem 3m Gerät, aber für 140 PS eigentlich zu schwer. Es ging zum probieren und auf

    ebenem, trockenem Acker, mit Schmalscharen habe ich auch > 20cm tief und 8,5km/h schnell gearbeitet. Für den Dauereinsatz müßten

    dann aber noch 30-50 Pferdchen, bei schwerem Boden und bergigen Verhältnissen vielleicht sogar noch mehr her. Das Arbeitsbild ist,

    wenn man normales grubbern und scheiben gewöhnt ist, auf Stoppel wie auch zur tiefen Lockerung auch bei 8km/h noch

    sehr zufriedenstellend!


    Der Kauf war schon fast beschlossene Sache, einzig die Tatsache, daß er in Erbsenstoppel (mit langem am Boden liegenden Stroh )

    nicht zu gebrauchen war ( es wurden nur Haufen gebildet und das Stroh staute sich ) ließ uns davon Abstand nehmen und weitersuchen.


    Verschiedene Scheibeneggen ( Lemken Rubin 3m, Unia Ares 3m und Väderstad Carrier 5m ).


    Die Lemken Rubin borgte ich mir, um dem oben erwähnten widerspenstigen Erbsenstoppel Herr zu werden. Sie ist recht schwerzügig,

    braucht aber Geschwindigkeit. Um 12 km/h oder mehr sollten es sein, was zu erreichen sich für mich am Berg schon als schwieriger

    herausstellte. Man kann tief arbeiten und es wird ein stark bearbeiteter Boden hinterlassen. Naja … das wollte ich ja eigentlich nicht

    so gerne, hatte ja im Hinterkopf die MÖGLICHST FLACHE Bearbeitung.


    Mit der Unia Ares habe ich in Roggen und Erbsen erste Versuche gemacht, was bei dem vielen Stroh mit unserem Grubber ( Smaragd )

    zu einer fast unlösbaren Aufgabe mit letztendlich doch nur unbefriedigendem Ergebnis geworden wäre. Wie bearbeitet man 9 t Roggenstroh

    mit langem Stoppel gleichzeitig so, daß einerseits etwas Boden gemacht wird, andererseits der Roggen (Lichtkeimer, will den Himmel sehen)

    nicht vergraben wird ? Nicht ganz einfach.


    Da wenig Zeit war, fuhr ich in der Voreinstellung. Mit dem Stroh kam die Maschine gut klar, die im Durchmesser recht große Rohrstabwalze

    läuft ruhig und drückt gleichmäßig wieder an. Die Mechanik für die Tiefenführung hat mir nicht so gut gefallen, Das geht irgendwie mit zwei Mann,

    die gleichzeitig an jeweils einer der zwei Gewindeversteller drehen, am besten. Einer alleine turnt hin und her und da es keine Skala gibt, ist

    gleichmäßige Einstellung auch eher umständlich.

    Am Arbeitsbild gab es nicht viel auszusetzen, außer vielleicht, daß die äußeren Scheiben auf der einen Seite einen Damm hinterließen,

    auf der anderen Seite eine Furche, was aber auch bei anderen Fabrikaten wohl ähnlich ist.

    Durch die oben genannte Arbeit mit der Voreinstellung fuhr ich dann wohl doch etwas tief, was mir am Ende zwar eine gute Stroheinmischung,

    aber einen doch eher zögerlichen Auflauf des Ausfallroggens bescherte.


    Zur Verarbeitungsqualität kann ich bei der 3m Maschine nichts negatives schreiben. Stabil aussehender Rahmen, stabile Rohrstabwalze mit

    groß dimensionierten Lagern. Lack ordentlich. Freilich kann ich hier keinen Langzeittest vorweisen und somit nichts zur Standzeit der

    Scheiben und Lager sagen.


    Der Preis ist allerdings für kleinere Betriebe mit weniger Fläche recht günstig. Die Maschine sollte um die 6000 bis 7000€ kosten, was verglichen

    mit den „namhaften“ Herstellern nahezu als Schnäppchen gelten kann. ( Ja ich weiß, billig und preiswert ist all zu oft nicht das selbe, aber bei

    geringer Auslastung kann es eine echte Alternative sein.)


    Als letztes bekam ich mehr oder weniger zufällig die Chance eine 5m Väderstad Carrier zu testen. Ein Bekannter brauchte sie zu der Zeit nicht

    und so fuhr ich im Weizen- und Rapsstoppel.

    Im Getreidestoppel gefiel mir das flache, nicht zu sehr wühlende und durch die sehr schweren Walzen gut rückverfestigende Arbeitsbild sehr gut.

    Bei Erhöhung des Scheibendrucks (tieferes arbeiten ) konnte ich den Traktor von 12 auf 8km/h „abwürgen“.

    Bei feuchteren Verhältnissen fiel mir die deutliche Neigung der Walzenelemente zum verschmieren des Bodens auf.

    Der Auflauf des Weizens verlief dann rasch und gleichmäßig.


    Gar nicht recht befriedigen konnte mich der Einsatz im Raps. Die Stoppeln waren ja schon abgestorben und brüchig.Dennoch blieben viele Stengel stehen. Auch der bereits aufgelaufene Raps wurde nicht ganzflächig gestört und ein nicht geringer Teil der Pflanzen wuchs rasch wieder an. Bei einsetzendem Regen konnte recht schnell wieder die Schmierneigung der Walze beobachtet werden. Da es sich nur noch um ca. 1 ha

    Vorgewende handelte, fuhr ich jedoch weiter, da es nicht stark regnete. Allerdings erschwerten dann sich in den Walzen verklemmende Stengel das Fahren.


    Was mir schon durch den Besitzer berichtet wurde, nämlich daß das Gerät unter bestimmten Bedingungen und bei höheren Geschwindigkeiten

    ( die für ein ordentliches Arbeitsbild erforderlich sind ) zum Aufschaukeln neigt und dann ein welliges Bodenprofil hinterläßt, konnte ich auch feststellen.


    Ich hatte mich ja schon vor 2 Jahren nach einem Händler umgesehen, der evtl. eine Kettenegge zur Vorführung bereit stellen würde.

    Einige Händler wußten gar nicht, was das sein soll,einer versuchte mir partout eine Kurzscheibenegge aufzuschwatzen. Er kannte die Arbeitsweise der Maschine nicht mal, war sich aber sicher, daß eine ( seine Marke ) KSE „den Job besser kann“. Ich wurde dann zwar knapp 200km von mir entfernt fündig. Dieser Händler bemühte sich auch, aber Vorführer war keiner zu bekommen.


    Das 8m Gerät meines Studienkumpels hätte ich nicht wirklich effektiv bewegen können. Damit ließ ich erstmal meine Suche bewenden.

    Trotzdem wir fuhren zu ihm und schauten uns die Arbeitsweise an.

    Das bestärkte mich in der Auffassung, dies könnte das richtige Gerät für mich sein.


    Da die Händler hier im Gebiet sich so schwer getan hatten und lieber ihre eigene Farbe verkauft gesehen hätten, suchte ich weiter im Netz

    und kam auf die Seite von Schebaum Landtechnik. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, „Der steht zu den Maschinen und es ist ihm wichtig,

    daß sie mehr Verbreitung und Anerkennung verdienen!“. Das machte mir die Entscheidung noch leichter, denn auch mein Studienkollege

    war voll des Lobes für die Maschine. Sehr gut fand ich auch, daß mir ehrlich auch erklärt wurde, was die Maschine NICHT kann.

    Konstruktionsbedingt ist es eben nicht möglich, tiefer als 3- allerhöchstens 5 cm zu arbeiten. Dafür ist das Gerät

    einfach nicht vorgesehen, was einen Vergleich mit anderen Geräten wie Scheibeneggen, Kurzscheibeneggen oder Grubbern erschwert..


    Man muß eben wissen, wofür man das Gerät nutzen will. Sich der Illusion hinzugeben, es würde einen Grubber ersetzen, wäre vermessen.

    Man würde enttäuscht werden!


    Nach einigen fernmündlichen Kontakten und elektronischen Briefen also wurden wir uns sehr schnell einig.


    Soweit kurz zu „Vorgeschichte der Wahrheitsfindung“.


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    Die 6m Maschine stellte sich für uns von Zugkraftbedarf, Handlichkeit und Auslastung als die am besten geeignete Variante heraus und mir war klar, sie sollte am besten noch diesen Herbst zum Einsatz kommen.


    Zirka eine Woche später ( ein wenig Glück und Zufall war sicher mit im Spiel ) kam eine niegelnagelneue


    KETTENEGGE KELLY MPH (Multi Purpose Harrow) 6000 Q


    frisch aus Dänemark bei uns an. Sogar einen Tag eher, als angekündigt, was mir noch eine schlaflose Nacht ( vor Aufregung ) ersparte.


    Abladen! Staunen! Anbauen! Probieren!


    Sogar ein Fella-Werksvertreter ( meine Herleitung aus Autofarbe, Heckaufkleber und Nummernschild :) ) der zufällig vorbei kam,

    hielt verwundert an und fragte, was das für ein Gerät sei.


    Nach kurzem Telefonat mit dem Händler und noch einiger Hinweise zu den „ersten Schritten“ begann also die Testphase


    Die Grundeinstellungen wurden auf einem recht gleichmäßigen Feldstück mit Ausfallraps gemacht. Viel falsch zu machen ist wirklich nicht.

    Leider gibt es NOCH keine Bedienungsanleitung, mir wurde jedoch versichert, daran würde gearbeitet und diese nachgereicht.


    1. Anbringung an den Traktor


    Es gibt zwei Arten der Anbringung an den Traktor; Kugelkopf und seit neuestem auch die Unterlenkeranhängung, welche ich bestellt hatte.


    Bei der Kugelkopf-Variante stellt man den Hauptrahmen der Maschine waagerecht zum Boden ein, in dem man einen Gewindeversteller

    (wie eine Art Oberlenker ) an der Zugdeichsel justiert, bis die gewünschte waagerechte Position erreicht ist. Bei verschiedenen Anwendungen

    kann es nötig werden, diese Einstellung öfter zu ändern. Dies ist dann etwas umständlicher als bei der Unterlenkeranhängung.


    Die Unterlenkeranhängung Kat. III erlaubt es, bei wechselnden Verhältnissen schnell die Ausrichtung der Maschine vom Fahrersitz aus über

    die EHR der Schleppers anzupassen. Wenn beispielsweise vorn bei sehr viel Pflanzenmasse eine Verstopfung droht, kann die Vorderseite

    der Maschine kurz etwas ausgehoben und so der Gutdurchfluß rasch wieder hergestellt werden.


    Durch den längeren Hebel der Unterlenker werden aber auch Roll-, Nick- und Gierbewegungen des Schleppers wie sie z.B. bei Arbeitsweise

    schräg zur sonstigen Bearbeitungsrichtung oder bei Feldunebenheiten häufig vorkommen, ja unvermeidlich sind, in höherem Maße an

    die Kettenegge weitergeleitet, als dies bei der Kugelkopf-Variante der Fall sein dürfte. Dem Arbeitsbild entstehen dadurch keine sichtbaren Nachteile. Ob und in wie fern überhaupt sich Auswirkungen auf die Haltbarkeit der Maschine ergeben, wird sich wohl erst nach jahrelangem Gebrauch feststellen lassen.


    2. Anschlüsse


    Serienmäßig ist eine ordentliche Beleuchtungsanlage montiert. Dafür ist natürlich eine handelsübliche 7polige Steckdose nötig.


    Es werden 3 doppelt wirkende Anschlüße benötigt. Eine davon geht notfalls auch einfach wirkend anzuschließen, wobei man dann aber den zweiten Schlauch aus Sicherheitsgründen an den drucklosen Rücklauf anschließen sollte.


    Werksseitig ist die Maschine mit recht brauchbaren Aufklebern bestückt, die noch zweckdienliche Hinweise zur Handhabung geben. So sollte der Hydraulikdruck begrenzt werden um Schäden an der Anlage zu vermeiden.


    Der Anschluß zur Bedienung der hydraulischen Kettenspannung hat einen Druckspeicher und ein Überdruckventil, welches bei knapp über 100bar auslöst. Auch das dient der Sicherung des Geräts vor Überbelastung.


    3. Verarbeitungsqualität ( erste Eindrücke )


    Die Maschine macht einen soliden Eindruck. Schweißnähte sind ordentlich ausgeführt, Hydraulikleitungen akurat verlegt und befestigt und

    der Hauptrahmen ist feuerverzinkt. Die wichtigen Stellen an Zugdeichsel, Rädern, Gelenken und beweglichen Teilen sind abschmierbar.

    Die Schmierstellen sind gekennzeichnet und leicht zugänglich. Die Drehlagerung der Scheibenketten ist gekapselt, da sie besonders vorn mit

    Boden in Berührung kommt. Auf die Hauptarbeitswerkzeuge, die Teller, wird laut Händler 5000ha Garantie gegeben. Die Drehlager sind Standardlager, welche im Verschleißfall im Landhandel problemlos zu bekommen sind


    Für mich war der erste Eindruck sehr zufriedenstellend. Die Maschine wirkt durchdacht und ist nicht kompliziert aufgebaut, was letztendlich einer einfachen Wartung zugute kommt. Der Hauptrahmen wirkt sehr stabil.


    Der dänische Hersteller ( Lizenznehmer von Kelly Engeneering in Australien und für Europa zuständig ) ist auch bemüht, Verbesserungen schnell in die Serienfertigung einfließen zu lassen. Daher können auch zwei Jahre alte Maschinen schon wieder anders aussehen, als die aktuellen Versionen. So wurden stärkere Rahmen oder hydraulische Kettenspannvorrichtungen verbaut und auch so kleine Helferlein wie Schlauchhalterungen oder die neue Unterlenkeranhängung wurden schnell hinzugefügt und tragen dazu bei, dem Benutzer die Arbeit zu erleichtern.


    Zur Unterlenkeranhängung hatte ich ja weiter oben schon kurz was gesagt. Sie besteht aus der Waage und zwei Drehgelenken. Die Gelenke hatten schon im Neuzustand für meinen Geschmack ein wenig viel Spiel, was unter Umständen zu erhöhtem und vorzeitigem Verschleiß durch ausschlagen führen könnte. Nach knapp über 100ha hat sich daran nichts merklich geändert, man kann jetzt aber noch nicht wirklich eine Aussage zur Haltbarkeit treffen.


    Diesen Punkt werde ich aber kritisch beobachten und auch an den Händler weitergeben.


    4. Einstellung auf dem Feld und Bedienung


    Angehangen war die Maschine ja bereits, also ging es gleich aufs Feld.


    Das hydraulische Fahrwerk, bei Unterlenkeranhängung auch die Unterlenker werden auf „Arbeitstiefe“ abgesenkt.


    Die folgende hydraulische Klappung funktioniert sehr gut und senkt die beiden Ausleger gleichmäßig ab. Um die Ketten in Arbeitsstellung zu bringen beaufschlagt man nun die in den teleskopartigen Auslegern befindlichen Hydraulikzylinder mit ca.100bar. Das kann man gut über das große zentral angebrachte Druckmanometer ablesen. Am einfachsten und materialschonendsten schieben sich die Teleskoparme heraus, wenn ein Teil der Ketten bereits auf dem Boden liegt die seitlichen Stützräder aber noch nicht den Boden berühren. Sind die Ketten gespannt, werden die seitlichen Stützräder weiter bis zum Boden abgesenkt und die Hydraulikzylinder voll ausgefahren. Dann spielen die Bolzen in Lochlöchern und

    die Maschine kann auch Unebenheiten sehr gut ausgleichen, ohne daß Zylinder und Rahmen unnötigen Stößen ausgesetzt wären.


    Als optimaler Arbeitsdruck für die Kettenspannung sind 90 bar angegeben. Bei unebenem Acker konnte ich aber feststellen, daß die Kette bei 60 bis 80 bar etwas flexibler ist und somit auch besser IN den Unebenheiten arbeitet. Das kann keine Scheibenegge oder man muß tiefer arbeiten, was wir aber ja nicht wollen!


    Ist die Maschine ausgeklappt und in Arbeitsstellung gebracht, wird zur Grundeinstellung wie oben bei 1. schon angedeutet zunächst der Hauptrahmen in parallele Position zum Boden gebracht.Das muß in der Regel nur einmal gemacht werden. Dann merkt man sichdie Stellung der EHR und hat den Wert.


    Das Hauptfahrwerk bedarf keinerlei Einstellungen. Es befindet sich bei der Arbeit stets in der untersten Stellung ( Hubzylinder voll eingefahren )

    und in Transportstellung stets in der obersten Stellung ( Hubzylinder voll ausgefahren ).


    Die seitlichen Stützräder lassen sich über ein Lochraster in der Tiefe verstellen. Hat man einmal die richtige Tiefe gefunden, was durch Probe fahren ( Sichtkontrolle wie Kette geführt wird ) leicht festzustellen ist, ist auch diese Stellung in der Regel nur einmal zu finden.


    Jede der 2 vorderen nach innen arbeitenden Scheibenketten hat eine vordere Anhängung und jede der 2 hinteren nach außen arbeitenden Scheibenketten hat eine hintere Aufhängung. Diese Aufhängungen müßen jeweils individuell eingestellt werden. Über Kettenglieder können die Scheibenkettenaufhängungen in verschiedenen Höhen in massiven Schlitzblechen eingehangen werden.So einfach es sich anhört, so funktional ist es. Zur Änderung der Aufhängungshöhe sollten aber die Scheibenketten über die Spannhydraulik (Druck auf 0 bar ablassen) entlastet werden, Dann geht das Umhängen viel leichter. Es gibt keine allgemein gültige Einstellung, man findet aber durch fahren und beobachten des Arbeitsbildes sehr schnell heraus welche Stellung die besten Ergebnisse liefert. So habe ich aktuell die vorderen Aufhängungen etwas tiefer gehangen und die hinteren etwas höher. Dadurch habe ich ein ganzflächig gleichmäßiges Arbeitsbild erreicht, bei dem auch der Stoppel oder die jeweils bearbeitete Pflanzensubstanz gleichmäßig verteilt sind.


    Weitere Einstellungen gibt’s nicht und sind auch nicht nötig, da sich die Scheibenketten selbst in der Tiefe führen.


    Das scheint jetzt vielleicht viel erklärender Text, aber sind die Einstellungen einmal getätigt und man ist mit dem Arbeitsbild zufrieden, muß man eigentlich nichts mehr verstellen. Auf dem Feld ist die Maschine binnen einer Minute in Arbeitsposition und es kann wirklich los gehen.


    5. Fahren und Arbeitsbild


    Angegeben ist die Maschine bei 6m Arbeitsbreite mit mindestens 120 PS Zugleistung.


    Wir haben einen John Deere 6830P Autopower als Zugtier, Dieser hat keinerlei Probleme die Maschine auf ebenem Gelände mit 13 -15 km/h und 1800 U/min zu ziehen. Für diese Arbeitsbreite ist die Kettenegge wirklich leichtzügig. Die 120 PS Angabe ist dabei aber sicher die unterste Schmerzgrenze, wobei man jedoch mindestens 10km/h Arbeitsgeschwindigkeit erreichen sollte, um ein gutes Arbeitsverhalten der Scheibenketten aufrecht zu erhalten.

    Bei unserem welligen bis hügeligen Gelände und auch ob der Tatsache, daß man bei leicht schräger Bearbeitungrichtig ständig herumgerüttelt wird, hat sich für mich ein Geschwindigkeitsoptimum von 12 km/h bei 1700 – max. 1800 U/min herauskristallisiert. Bei zu schneller Fahrweise fangen je nach Bodenverhältnissen die Ketten an zu springen. Das merkt man aber und 1km/h weniger wirkt Wunder.

    Bei diesen Zahlen ergeben sich je nach Flächenraster reale Flächenleistungen zwischen 5 und 7 ha je Stunde. Der Verbrauch pegelte sich bei mir zwischen 3 und 4 l/ha ein.

    Als Vergleich der 3m Smaragd. Bei sehr flacher Arbeitsweise kam ich meist bei der knapp halben Flächenleistung bei mindestens dem doppelten Verbrauch heraus.


    Auf einen Satz heruntergebrochen bedeutet das für unseren Betrieb, wir können in der Arbeitsspitze einiges an Zeit einsparen, brauchen weniger Diesel und keinen größeren Traktor.


    Ein weiterer Punkt vielleicht noch, der mir aufgefallen ist. Die Maschine ist in sich recht gut austariert. Das heißt aber auch, daß sie kaum nennenswerten Druck auf die Hinterachse des Zugschleppers bringt. Das muß bei der Ballastierung des Schleppers beachtet werden. Ein zu schweres Frontgewicht kann hier eher von Nachteil sein. Meine Überlegungen gehen daher in Richtung Hinterradgewichte. Das ist aber sicher von Schlepper zu Schlepper unterschiedlich.


    Wie oben schon geschrieben, habe ich die besten Ergebnisse bei Fahrtrichtung leicht schräg zum Stoppel erreicht.


    Zum wenden bleibt die Maschine in Arbeitsstellung. Man lenkt einfach voll ein und fährt im Anschlußverfahren wieder zurück. Man kann natürlich auch Beete fahren. Besonders mit der Autotrack Spurführung wurde mir als Neuling mit solchen Arbeitsbreiten das manövrieren sehr erleichtert. Die Anschlüße gestalten sich, ob man etwas überlappt oder genau fährt, nahezu übergangslos. Das hat mir sehr gut gefallen!

    Im Gegensatz zur Seitenzugneigung manch angehangener Kurzscheibenegge fährt die „Kellyegge“ auch am Hang recht neutral hinterher.


    Da die Maschine recht lang baut, hatte ich zuerst die Befürchtung, es könnte schwierig werden, auch die Feldkanten und -ecken zu bearbeiten. Doch das ging wider erwarten erstaunlich einfach, da man auch in Arbeitsstellung völlig problemlos rückwärts fahren kann. Man schiebt einfach leicht schräg in die Ecke hinein und sobald man los fährt, beginnen die Scheiben wieder zu arbeiten. Je nach Verhältnissen kann man das ein-, zweimal wiederholen und hat auch diese Ecke ordentlich. Durch die sehr flache Arbeitsweise wird auch nicht wie z.B. beim Grubber zuviel Boden aus den Ecken geholt und auch am Vorgewende wird auch nach drei- oder mehrmaliger Überfahrt (z.B. beim Beete fahren) der Boden nicht unnötig mechanisch zermahlen.


    Beim Fahren mit Autotrack zeigte sich, daß man nicht ganz die volle Breite von 6,00m einstellen kann, da die äußeren Scheiben je nach Stellung der äußeren Stützräder ein klein wenig flacher arbeiten und somit manchmal die ein oder andere Pflanze stehen bleibt. Mit dem SF1 Signal konnte ich mit 5,80m sehr gut Anschluß und auch Beete fahren und nichts blieb unbearbeitet. Wer etwas mehr Sicherheit haben will, gibt halt noch 5 Zentimeter dazu.Wie gesagt macht es keinen sichtbaren Unterschied ( Dämme, Furchen etc. ), ob man etwas mehr überlappt oder ganz genau fährt.


    Die Arbeitsweise an sich kann man wie oben schon erwähnt eigentlich nicht mit der herkömmlichen Scheiben- oder Kurzscheibenegge vergleichen, da sie nicht in den Boden hineinschneidet, sondern eher darüber hinweg hobelt. Dabei fungiert der Boden als „Gegenschneide“. Bei sehr sandigem Boden werden daher leichtere Scheiben angeboten.

    Die sehr schräg zur Fahrtrichtung angestellten Scheiben, die segmentartig ineinander hängen reiben, sich dabei drehend, über die Oberfläche und schaben so Stoppeln und Pflanzenmaterial förmlich aus dem Boden. Dabei werden nur die oberen 2-3cm bearbeitet. Die voranstellenden Ketten schaben den ersten Strich ab und wirbeln das Material nach innen, wobei es schonmal schön gemischt wird. Die hinteren Ketten machen sozusagen den zweiten Strich und befördern das Material unter nochmaliger Durchmischung nach außen. Das sieht nicht nur toll aus und geht schnell, es hat für mich auch genau den Effekt,den ich mir für den ersten flachen Stoppelsturz schon immer gewünscht habe,nämlich:


    - die Stoppeln und Pflanzen werden aus der Erde„befördert“

    - die Kapillarität wird sicher aber flach unterbrochen

    - es findet eben KEINE (zu) tiefe Bearbeitung und Lockerung statt

    - die Wasservorräte verdunsten dadurch nicht

    - die Ausfallkörner und Unkrautsamen werden NICHT verschüttet und vergraben, sondern kommen auf der nichtbearbeiteten Erde wo auch genügend Keimwasser ansteht zum liegen und keimen, auch wenn sie nicht mit schweren Walzen angedrückt werden

    - die auf dem Boden verbleibende Stroh- und Mulchschicht bildet DEN Schutzmantel für den Boden vor Austrocknung, Überhitzung und Erosion (Wind, Wasser, Sonne)

    - das Bodenleben wird weitestgehend geschützt, da kaum mechanische Einwirkung auf dem Boden und der „Schutzmantel“ vor Überhitzung schützt


    ( In den Raum zwischen vorderen und hinteren Ketten kann auch noch eine Zwischenfruchtsämaschine angebracht werden. Die hinteren Ketten verteilen die Sämereien gleichmäßig und decken sie wieder zu. )


    Versuch 1 Rapsvorfrucht


    Als ersten Versuch habe ich schon sehr großen Ausfallraps bearbeitet. Auf dem Feld wurde auch mit den Einstellungen experimentiert. Deshalb sahen die ersten Spuren noch nicht so ganz exakt aus, bis wir uns ans Optimum rangetastet hatten. Nach meiner Einschätzung wurden bei dieser ersten Überfahrt schon ca. 80% der Rapspflanzen „gekillt“ und das völlig mechanisch, ohne Glyphosateinsatz. Der Raps hatte zu dem Zeitpunkt zum Teil schon knapp 1 cm dicke Wurzeln ( eigentlich zu groß für eine erste Störung ) und jeder weiß, wie viel Lebensenergie da drin steckt. Da gehört mehr dazu, als nur locker rupfen.Fährt dann noch eine Walze ( wie beim Grubber ) hinterher und „rückverfestigt“ alles wieder schön, bilden die meisten vermeintlich „bekämpften“ Pflanzen wieder Wurzeln und stehen nach ein paar Tagen wieder fröhlich da.


    Hätte der Einsatz bei kleinen Rapspflanzen stattgefunden wäre der Erfolg wesentlich größer. Sie werden herausgerissen und vertrocknen an der Oberfläche, ehe die kleinen Wurzeln sich wieder Bodenschluß suchen konnten. Auch aufgelaufene Unkräuter werden so sicher bekämpft.


    Als nachfolgende Arbeit wurde auf diesem Feld ein ca. 15 cm tiefer Grubberstrich gemacht. Dadurch wurden die restlichen Rapspflanzen nochmals gelockert und vorerst im Wuchs gestört. Als zusätzlicher Test kam noch ein Strich mit der Kettenegge danach. Da der gegrubberte Acker recht grobklutig und war und der Smaragd doch Dämme hinterläßt, galt das Hauptaugenmerk der krümelnden und der nivellierenden Wirkung. Auf dem tiefer gelockerten Boden zog sich die Kettenegge deutlich schwerer, die Krümelwirkung war sehr gut (auf leichtem Boden könnte es schon zuviel des guten sein! ), deutlich besser als ich erwartet hatte und von den Grubberdämmen war nichts mehr zu sehen. Nebenbei waren nun auch die letzten Rapspflanzen an der Oberfläche abgelegt und konnten vertrocknen.


    Als sozusagen „Test imTest“ ließ ich einen 12m breiten Streifen ungegrubbert und bearbeitete ihn nur noch einmal mit der Kettenegge. Die Aussaat erfolgte mit einer Kreiseleggen-Drillkombination und Rollscharen.


    Das bisher darstellbare Ergebnis für dieses Feld ergab auf der ungegrubberten Teilfläche einen gleichmäßigeren Auflauf des Weizens, aber einige hartnäckige Rapsaltpflanzen sind stehen geblieben, was bei der gegrubberten Fläche nicht der Fall war. Also kann man durchaus, wenn es die Witterung oder die Zeit nicht anders zulassen, direkt auf die mit der „Kelly“ bearbeitete Fläche Weizen aussäen.



    Versuch 2 Erbsenvorfrucht


    Das nächste zu bearbeitende Feld war eine zum ersten Soppelsturz leicht schräg zur Spur mit der Unia KSE bearbeitete Erbsenfläche.


    Der Aufwuchs war mit 30 bis 50 cm sehr stattlich. Einige Erbsen blühten bereits wieder. Dazwischen stand auch eine nicht geringe Anzahl an recht großen Rapspflanzen. Ich war recht skeptisch und gleichzeitig gespannt , wie die Kettenegge diese große Pflanzenmasse bewältigen würde.


    Es funktionierte super !!


    Auch die großen Pflanzen wurden sicher abgetrennt / herausgezogen und zerrieben. Übrig blieb eine dicke, obenauf liegende, stark geknickte und zerriebene Pflanzenmatte.


    Ein Kontrollgang nach einigen Tagen ergab 100Versuch 3 Rapsvorfrucht


    Hier fuhr ich zwei mal im Abstand von knapp zwei Wochen mit der Kattenegge und ließ zum Schluß den Grubber folgen. Auch hier war der Raps schon recht groß und stabil und ich hatte Bedenken, ob die Wirkung ausreichen würde. Doch schon nach der zweiten Überfahrt mit der „Kelly“ war der Raps nahezu komplett vom Feld getilgt. Sie erfolgte bei trockenem Wetter mit etwas Wind, was den Erfolg deutlich unterstützte. Die alten Stengel waren mittlerweile so zerbröckelt, daß sie kaum noch zu finden waren und nicht mehr beim drillen störten.


    Versuch 4 Erbsenvorfucht


    Wie Versuch zwei , nur OHNE jegliche vorherige Bearbeitung. Das besondere an diesem Feld war eine sehr notwendige vorausgegangene ganzflächige Queckenbekämpfung mit Totalherbizid nach der Aberntung der Erbsen. Das Erbsenstroh und das zerrige „Queckenstroh“ machten keine Probleme bei der Überfahrt.Da die Behandlung schon knapp 3 Wochen her war, waren natürlich wiederUnkräuter (besonders Kamille, Vogelmiere und Hirtentäschel) und Ausfallerbsen aufgelaufen, welche gleich wieder der Kelly „zum Opfer“ fielen.

    Es folgte ein tiefer Grubberstrich der, da Gerste gedrillt werden sollte, zeittechnisch etwas knapp und daher bei etwas zu feuchten Bedingungen gemacht werden mußte. Dieser holte die Queckenwurzel schön aus dem Boden, hinterließ jedoch leider eine recht grobe Struktur
    ( nässebedingt ). Deshalb entschloß ich mich, nochmals mit der Kettenegge zu fahren. Wieder überzeugte mich die Krümelung, welche ja nur den eigentlichen Saathorizont betraf. Auch die Queckenwurzeln wurden nochmals gestört und ganz oberflächlich abgelegt, wo sie bei der nachfolgenden sonnigen und windigen Witterung zusätzlich noch gut vertrockneten.

    Gerade bei dieser Form der Bodenbearbeitung mit der Kettenegge kann man sich besonders gut (fast wie beim striegeln) die Elemente der Natur (Wind, Sonne) bei der mechanischen Unkrautbekämpfung zu Hilfe nehmen um den Erfolg zu verbessern!

    Die Gerste konnte zwar erst etwas später am 29.09. gesät werden, keimte aber auch rasch und gleichmäßig, was ich auch auf die Vorarbeiten zurückführe.

    Versuch 5 Maisstoppel

    Ein Gespräch mit meinen Nachbarbauern weckte dessen Interesse an dem Gerät und wir starteten einen Test nach der Silomaisernte auf dem Maisstoppel. Er wollte es genau wissen und legte einen richtig schönen kleinen Versuch mit seinen eigenen vorhandenen Geräten an. Hauptaugenmerk waren neben wirtschaftlichenFakten ( Hektarleistung und Dieselverbrauch) vor allem die Behandlung und Zerkleinerung der Maisstoppel im Hinblick auf anknacken der Stengel ( dem Maiszünsler seine Winterquartiere so gut als möglich zu zerstören ), herausziehen der Stoppel und nivellieren der Unebenheiten und Traktorspuren.

    Er hatte schon jeweils eine Fläche mit Frontmulcher und im Heck den Grubber, eine Fläche mit der KSE gerade zur Spur und eine Fläche mit der KSE schräg zur Spur vorgearbeitet. Der Aufwand für Grubber und Mulcher war am höchsten hatte aber nicht den besten Erfolg . Viele Stoppel standen noch oder wieder und viele gefundene Stoppeln waren nicht angeknackt. Am besten sah es mit der KSE schräg zur Spur aus, aber auch hier standen einige Stoppel noch und der Erfolg des Anknackens der Stengel war auch nicht so berauschend.

    Mit der Kettenegge fuhren wir schräg zum Stoppel und waren beide gespannt, was passieren würde. In der Werbung stand ja einiges und ähnliche Versuche wurden auch schon von Printmedien veröffentlicht.

    Nach den ersten paar Runden waren wir doch recht erstaunt, wie gut sich die Maschine schlug. Unebenheiten wurden gut ausgefüllt, durch die flexiblen Ketten mit bearbeitet und es standen wirklich nur noch sehr wenige Stoppel, Die meisten waren mitsamt Wurzel herausgerissen und lagen zermalmt oder angeknickt obenauf. Wir konnten ja nur grob schätzen, aber die Hälfte bis zwei drittel der Stengel waren zumindest angeknackt, was laut Zeitungsberichten schon ein guter Wert ist und reicht, damit Wasser eindringen kann und bei Frost die nötige zerstörende Wirkung auf den Stengeln hat. Mein Nachbar war sogar so angetan, daß ich noch eine andere Fläche gleich mit bearbeiten sollte.

    Versuch 6 Extremeinsatz

    Auf dem Weizenstoppel eines guten Freundes und Berufskollegen starteten wir unseren nächsten Einsatz. Die Gegebenheiten waren zugegebenermaßen sehr schwierig. Großflächige Lagerstellen (sehr langes Stroh auf dem Boden ), einige Strohschwaden, die wegen dem Wetter nicht mehr geborgen werden konnten und Weizenduchwuchs vom feinsten. Fast ganzflächig war eine Matte von 10-15cm großem Ausfallweizen gewachsen.

    Wir versuchten es trotzdem!

    Mit einem Grubber wäre es hier nur zu Verstopfung gekommen. Auch hier fuhren wir leicht schräg zur Stoppel. Das nun schon sehr mürbe Stroh wurde ganz entgegen meiner Bedenken recht gut zerkleinert und auch der Ausfallweizenfilz wurde in ganzen Brocken vom Untergrund abgerissen und verteilt. Unter diesen Extrembedingungen kann man ganz gut die Grenzen der Maschine ausloten und weiß dann, was alles noch möglich ist und was nicht geht. Durch die schon vom Weizen durchwachsenen Strohschwaden kämpften wir uns auch hindurch. Erst dort kam es ab und an zu Verstopfungen und man mußte hin und wieder zurücksetzen, um die Strohmenge bei erneuter Durchfahrt zu verteilen. Wirklich effektiv breit gemacht wurden die Schwaden leider nicht.

    Bei einer zweiten Überfahrt wollen wir mal versuchen, 90° quer zu den Schwaden zu fahren. Dann wird sich zeigen ob die Verteilwirkung so besser ist und wir dem Stroh doch noch Herr werden.

    Auf diesem Schlag kam die Maschine auch erstmalig mit großen Steinen in Berührung. Doch das macht der Kettenegge überhaupt nichts aus. Die ineinandergehakten Scheibensegmente sind so flexibel, daß sie einfach auch über große Steine hinweg rollen. Wird der Druck dennoch einmal zu groß, reagiert die Überlastsicherung und der Teleskopausleger fährt ein Stück zusammen, so daß die Kette noch mehr Spielraum hat.

    Zu Beginn dieser Woche war ich nochmals auf dem Feld zur Kontrolle und hätte nie gedacht, daß die Überfahrt trotz der schwierigen Bedingungen solche guten Ergebnisse bei der Beseitigung des Ausfallweizens und Zerkleinerung des Lagerstrohs gebracht hätte. Auch mein Berufskollege war mit der Wirkung sehr zufrieden, was erleichternd für mich war.

    Versuch 7 Phaceliaumbruch

    Um ein Aussamen der recht früh gesäten Zwischenfrucht zu verhindern hatte ich mich, zumal kein „Absterbehilfe“ leistender Frost in Sicht war entschlossen, mit der Kettenegge durch zu fahren. Der Aufwuchs bestand aus einem recht dichten zirka 50 bis 70cm hohen Phaceliabestand und im „Unterholz“ stand richtig dicht Ausfallgerste und auch etliche unvermeidliche Rapspflanzen. Da die Phacelia nur noch vereinzelt die schönen violeten Blüten zeigte, fiel es mir auch nicht so schwer, als hätte ich ein lila Blütenmeer „niedermachen“ müßen. Normalerweise lasse ich die Phacelia abfrieren und beginne im Frühjahr mit der Bearbeitung. Das hatte ich dieses Frühjahr auf einem anderen Schlag schon gemacht, allerdings nur mit mehreren flachen Grubberstrichen. Letztenendes kamen dann dort, trotzdem es anfänglich nach gutem Rapsbekämpfungserfolg aussah, doch in den Erbsen die Altpflanzen wieder hoch und konnten nur mit mehr Pflanzenschutzmittelaufwendungen in Schach gehalten werden.


    Mein Versuch in diesem Jahr war so gedacht, daß ich die Phacelia am Aussamen hindere, die Gerste schon ein erstes Mal kräftig störe und auch den Raps schon vor dem Winter dezimieren kann. Die enstandene gleichmäßige und dicke Mulchdecke wird, so der Plan, trotzdem den Boden vor den Einflüßen des Winters ( Mikroklima, Abtrag des gefrorenen Bodens durch Wind und Schutz vor Bodenabtrag durch bei der Schneeschmelze abfließendes Wasser ) schützen. Der Erfolg dieser Vorgehensweise wird sich im Frühjahr dann herausstellen.


    Versuch 8 auf gepflügtem Acker


    Weniger echter Versuch als mal schnell zwischendurch eine halbe Stunde probieren waren die paar Runden auf gepflügtem Acker.


    Beim Pflügen war der Boden auf diesem einen Schlag teilweise noch recht feucht. Besonders eine Stelle mit sehr strengem, bindigem Boden und das Vorgewende direkt an der Straße brachten sehr schollige Verhältnisse zutage. Ich wurde sogar von Kollegen darauf angesprochen, wie ich diese Klumpen je wieder klar bekommen will ^^ .


    Also Kelly ausgeklappt und einfach mal lang gefahren. Was soll ich sagen, Einmal hin und einmal zurück und die Schollenproblematik war nicht mehr existent. Die Kluten wurden oberflächlich so bearbeitet, daß ich anschließend mit der Kreiseleggen-Drillkombination ohne Probleme ein angenehm strukturiertes Saatbett hinbekam. Selbiges bei der Ausackerfurche am Vorgewende. Diese wurde genau in die Mitte der Maschine genommen, so daß die Furche regelrecht zugeschüttet wurde. Hin! Zurück! Fertig!


    Da kann man mit dem Grubber fahren, wie man will und kriegt es nicht so schön hin.


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    Soweit meine eigenen Erfahrungen, die ich in den letzten Wochen und Monaten bereits sammeln konnte. Ich bin schon sehr auf das Frühjahr und die Stoppelbearbeitungssaison 2015 gespannt, um den Erfahrungsschatz zu erweitern. Außerdem bin ich nach den wenigen bearbeiteten Hektar mehr denn je überzeugt, die richtige Kaufentscheidung getroffen zu haben!


    Folgende in der Werbung angepriesene Wirkungen konnte ich im Selbsttest bestätigen.


    - sehr gute nivellierende Wirkung

    - effektive ! mechanische Unkrautbekämpfung

    - Leichtzügigkeit, hohe Flächenleistung und geringer flächenspezifischer Kraftstoffverbrauch

    - gute krümelnde Wirkung auf gegrubberten und gepflügten Böden

    - sehr flache, gleichmäßige Arbeitsweise

    - große Pflanzenmassen sind kein Problem


    Folgende Wirkungen erfuhr ich durch meinen Studienkollegen und Erfahrungen andere Nutzer.


    - sehr gut bekämpfende Wirkung auf Schnecken. Mechanische Zerstörung der Tiere und der Gelege und durch sehr flache Bearbeitung werden keine neuen Unterschlupfmöglichkeiten geschaffen. Der Erfolg potenziert sich mit jeder folgenden Kellybearbeitung

    - Einsatz in Gebieten mit resistentem Ackerfuchsschwanz. Betroffene Flächen werden in sehr kurzem Abstand immer wieder bearbeitet, um gekeimte Pflanzen zu zerstören und die Keimung weiterer Samen anzuregen ohne sie zu vergraben. Mit gutem Erfolg wie ich hörte.

    - Konstruktionsbedingt werden natürlich Quecken und Disteln ( Wurzelunkräuter allgemein ) nur oberflächlich erfasst und somit nur die sichtbaren Pflanzenteile zerstört, jedoch nicht wie bei der KSE die Rhizome und Wurzelausläufer zerschnitten und somit zur Vermehrung beigetragen


    Nachwort


    Seit ich die Maschine auf dem Hof habe, findet bei mir auch ein Umdenkungsprozeß statt. Wenn ich an Feldern mit Ausfallgetreide oder -raps, Mais- und anderen Stoppelfeldern oder Zwischenfrüchten vorbei fahre, mache ich mir gleich Gedanken und Ideen, wie hier eine mögliche „Kellybearbeitung“ aussehen würde/ könnte.


    Auch kann ich nicht ( mehr ) verstehen, warum vielerorts große Flächen mit Ausfallraps oder -gerste totgespritzt werden, trotzdem Glyphosate ja auch im Fokus der Behörden und der Öffentlichkeit stehen. Zur Quecken- und Distelbekämpfung oder für sonstige Spezialitäten hat ja das Mittel seine volle Berechtigung und auch die Wirkung bei Wurzelunkräutern kann kaum anderweitig so gut und sicher erreicht werden. Für solche Fälle sollte das Glyphosat IMHO vorbehalten bleiben und nicht um Raps oder Gerste ( Getreide ) tot zu spritzen, damit sie bei der pfluglosen Bodenbearbeitung oder allgemein „nicht stören“.


    Sorry und ich finde es auch völlig daneben, gegen manchmal, komischerweise sehr gern in Gerste, massenhaft aufgehende Melden mit Glyphosat zu fahren, wenn die Melden schon fast die Samen fertig gebildet haben. Abreifebeschleunigung in Melde …? Hallo.... ? Was soll das bringen... ? Glyphosat gegen einjährige Unkräuter …??? wenn die Samen schon ausgebildet sind...??? Das ist wie mit Kanonen auf Spatzen schießen, die schon weggeflogen sind !


    In solchen Momenten bin ich mir völlig im Klaren, warum die Landwirtschaft nur allzuoft und nicht selten sogar berechtigterweise in der Kritik steht!


    Die Kettenegge ist ein weiterer Baustein, den Prozeß der konservierenden Bodenbearbeitung besser und im Hinblick

    auf den chemischen Pflanzenschutz auch ökologischer zu machen.


    „Wir machen pfluglos !“ ist ein Slogan, der IMHO gerne als ökologisches Deckmäntelchen benutzt wird und verschleiert dabei unter Umständen den Mehreinsatz von Chemie!


    Das waren einige Nebengedanken, die nur indirekt etwas mit der Maschine zu tun haben, vielleicht aber mal als Gedankenanstoß für den geneigten Leser dienen sollen.

    Ich bin kein Ökofanatiker, sondern „integriert“ wirtschaftender Landwirt; mag die Natur mit, in und von der wir als Bauern leben, nicht mehr belasten ( und belasten tun wir sie ) als nötig und so gut bewahren wie möglich. Und ein kleiner Baustein ist für mich, wenn ich, nun wieder direkt auf die Kettenegge bezogen, die Möglichkeit und den guten Willen schon habe, eine chemische Maßnahme mit vertretbarem Aufwand (Arbeitszeit, Kraftstoff, etc. ) gegen eine mechanische zu ersetzen, so werde ich das tun!!


    Danke . Euer Bernd


    p.s. kleines Feedback würde mich freuen

    Nachtrag : Preis vergessen: klingt erstmal nicht ganz billig! um die 30k € o. MwSt. dafür kriegt man aber auch keinen 6m Quadro und keine 6m Catros, welche ich wiederum nicht gezogen bekommen hätte .

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